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Das Lagenprinzip richtig anwenden
Der häufigste Fehler beim Kauf von Wanderbekleidung: Eine einzige Jacke für alles. Das Lagenprinzip löst das Problem systematisch.
Die drei Lagen im Überblick:
| Lage | Funktion | Typisches Material |
| Baselayer (Innenschicht) | Feuchtigkeitstransport vom Körper weg | Merinowolle, Funktionsfaser |
| Midlayer (Isolationsschicht) | Wärme speichern, Feuchte durchlassen | Fleece, Primaloft, Daunen |
| Outerlayer (Wetterschutzschicht) | Wind und Regen abhalten | 2,5-Lagen oder 3-Lagen |
Wer beispielsweise nur eine Softshelljacke kauft, hat zwar eine Lösung für moderaten Wind. Bei echtem Regen oder Kälte unter 5 °C reicht das nicht.
Ein zweiter häufiger Fehler: zu schwere Wanderhosen für leichte Tagestouren. Für Wege bis 1.500 Höhenmeter genügen oft leichte Stretch-Hosen mit 150 bis 200 g/m².
Worauf es beim Kauf von Wanderbekleidung wirklich ankommt
Fünf Kriterien bestimmen, ob die Wanderbekleidung zu deiner Tour passt:
- Wassersäule der Oberschicht: Für mitteleuropäische Verhältnisse gilt ein Wert von mindestens 10.000 mm als allwettertauglich. Touren über 2.000 m Höhe: besser ab 20.000 mm. In unserem Magazin-Beitrag kannst du mehr zum Thema Wassersäule lernen.
- Atmungsaktivität (MVTR-Wert): Je höher der Wert, desto schneller gibt das Material Schweiß nach außen ab. Relevant besonders bei langen Aufstiegen.
- Gewicht: Ultraleichte Hardshelljacken beginnen bei ca. 200 g. Auf mehrtägigen Touren mit vollem Rucksack ist das Packmaß entscheidend.
- Passform und Bewegungsfreiheit: Teste deine Wanderbekleidung mit ausgestreckten Armen und Kniebeugen auf nötige Bewegungsfreiheit.
- Pflegbarkeit: GORE-TEX® und vergleichbare Laminate benötigen regelmäßige DWR-Auffrischung. (Hier erfährst du mehr über die Pflege von GORE-TEX® Kleidung.) Merinowolle ist geruchsneutral, aber nicht schleuderfest über 30 °C.
Materialien und ihre Eigenschaften verstehen
Wanderbekleidung besteht heute aus einer Handvoll Schlüsselmaterialien, die unterschiedliche Stärken haben:
- Merinowolle reguliert die Körpertemperatur in einem Bereich von rund 17–26 °C aktiv. Sie nimmt bis zu 35 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, bevor sie sich nass anfühlt. Merinounterwäsche ist ideal als Baselayer für moderate bis kühle Touren.
- Synthetische Funktionsfaser trocknet schneller als Merino, ca. 2- bis 3-mal so schnell, und ist einfacher zu pflegen. Für feuchte Bedingungen oder intensive Aufstiege oft die praktischere Wahl.
- GORE-TEX® und Pro Shell sind laminierte Membranen. GORE-TEX® Active eignet sich für aerobe Aktivitäten; GORE-TEX® Pro für extreme Bedingungen und alpine Touren mit über 1.000 Höhenmeter am Tag.
- Fleece und Primaloft® unterscheiden sich wesentlich: Fleece isoliert auch nass, Primaloft (synthetische Daune) komprimiert besser und ist packbarer. Für Touren mit Regen ist Primaloft als Midlayer im Vorteil.
Wanderbekleidung bei Sporthaus Schuster
Bei uns im Sporthaus findest du Wanderbekleidung von Marken wie Mammut, Ortovox, Patagonia und Schöffel, abgestimmt auf verschiedenste Anforderungen am Berg. Das Team im Store in München berät persönlich, welches Lagenpaket zur geplanten Tour passt, inklusive Höhenmeter, Jahreszeit und Tragekomfort-Präferenz. Über 100 Jahre Erfahrung mit dem Alpinsport bedeuten konkret: Das Sortiment ist von Menschen zusammengestellt, die selbst auf Tour gehen.